betreuungsgrundsatz

 

unser Leben wurde von der Aufgabe geprägt, einem durch Hirnschädigungen schwer behinderten Pflegekind vom Säuglingsalter an durch eine Mischung aus Liebe, Geborgenheit, aber auch anstrengender Förderung, oft gegen den starken Widerstand der involvierten Ämter, eine Lebenschance zu bieten. Vonseiten der Ämter wurde dabei die Macht der Behörde demonstriert, so dass es uns nicht in allen Teilen gelingen konnte, optimale Voraussetzungen zu schaffen. Dafür ist es den Ämtern aber gelungen, uns weitgehend an den Rand der Verzweiflung zu bringen und unser Familienleben ebenso wie das unserer drei weiteren Kinder so zu stören, dass  die Zukunft aller Familienmitglieder negativ beeinflusst wurde.

 

Sorgenkinder ???

 

    Betreuungsgrundsätze

 

 

Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen, denen die Zukunftssorge ihrer Mitmenschen gelten muss, haben eines gemeinsam: es fällt Ihnen aus den verschiedensten Gründen mehr oder weniger schwer, ihre geistigen oder körperlichen Fähigkeiten zu kontrollieren und zu nutzen oder mit den eingeschränkten Funktionen ihres Körpers umzugehen.

 

Wir sehen den behinderten Menschen steht nicht als ein Wesen mit sichtbaren Mängeln, sondern als Mensch mit einem unversehrten Wesenskern. Er leidet ausschließlich an der Aufgabe, mit der Unvollkommenheit des ihm zur Verfügung stehenden Körpers umzugehen. Diese Unvollkommenheit ist aus den verschiedenartigsten Gründen unterschiedlich und übersteigt manchmal die Möglichkeiten eines Einzelnen. Er braucht Hilfe, die in die Verantwortung der Gesellschaft gehört.

 

 Die  Individualität des Menschen durch seine Behinderung hindurch wahrzunehmen, anzuerkennen und zu fördern, seine Neigungen und Fähigkeiten einzuschätzen und ihn bei der Ausführung seiner Entscheidungen zu helfen, sollte die Aufgabe  eines betreuenden Assistenten sein.

 

Ziel der betreuenden Hilfe muss es sein, den Menschen trotz seiner Behinderungen zu befähigen, sich mit seinen reduzierten Möglichkeiten so in die Gemeinschaft einzubringen, dass seine Gegenwart einen sinnvollen Beitrag zum Ganzen bewirkt und ihm eine gewisse Lebenserfüllung vermittelt. In diesem Sinne wird auch eine Integration in das nachbarliche und örtliche Zusammenleben anzustreben sein.

 

Der Lebensweg eines jeden Menschen ist von dem Bestreben gekennzeichnet, zu helfen und Hilfe zu empfangen. Erst das angemessene Gleichgewicht dieser Komponenten schafft Befriedigung und Ausgeglichenheit im seelischen Bereich. Deshalb ist es wichtig, einen Lebensbereich zu schaffen, der diese Bedürfnisse durch das gleichberechtigte Leben in einer Familie oder Lebens-Gemeinschaft mit Rechten und Pflichten erfüllt. Es reicht nicht, betreute Wohngruppen zu schaffen, die sichtbar und fühlbar für die Betroffenen den einseitig betreuenden Charakter erkennen lassen.

 

Es ist für die zu betreuenden Menschen wichtig, in einer Familie  oder einer Lebens-Gemeinschaft zu wohnen und betreut zu werden, in der ein eigenständiger Wohnbereich zur Verfügung steht, der dann die Möglichkeit offen lässt,, sich zurückzuziehen oder auch den Betreuten nach ihren Möglichkeiten und Neigungen die Wahl einer Lebensgemeinschaft mit einer gefühlsmäßig nahestehenden Person zu ermöglichen. Maßgebend hierbei ist die Schaffung von Vertrauen der Betreuten in die Gerechtigkeit und Verlässlichkeit der Betreuer.

 

 

Grundlage dieser Überlegungen ist nicht zuletzt das Grundsatzdokument der ILSMH (Internationale Liga für Menschen mit geistiger Behinderung), in der auf die Rechte der Behinderten auf Beteiligung an der Gesellschaft, auf eigene Entscheidungen, auf die Knüpfung von Beziehungen mit Menschen innerhalb und außerhalb ihrer Familie, auf Unterstützung bei der Entwicklung des eigenen Geschmacks, auf eigene Ansichten, eigene Lebenseinstellungen inklusive der Gestaltung des eigenen Freizeitbereichs, hingewiesen wird. Ganz selbstverständlich soll hier das Recht genannt werden, als Erwachsener bezeichnet und mit gebührendem Respekt und Menschenwürde behandelt zu werden. Diese Grundprinzipien sind auch in unserem Grundgesetz in den Artikeln 1 - 3 verankert, wenn auch nicht so ausführlich beschrieben.

 

Diese Grundsatzdokumente beinhalten elementare Rechte, welche in direktem Bezug zur Würde des Menschen stehen. Sie gelten grundsätzlich, also ebenso für Menschen, die aufgrund geistiger, seelischer oder körperlicher Behinderungen Mühe haben, sich verständlich zu machen und ihre Rechte wahrzunehmen.

 

Betreuung in Form von Assistenz muss als eine Lebensaufgabe von Menschen angesehen werden, die zwischenmenschliche Aufgaben angehen wollen und eigene Interessen diesem Ziel unterordnen. Es geht nicht um gedankliche Lösungen, sondern um notwendiges Handeln, das erkennbar wird im menschlichen Miteinander. Es verlangt ein gewisses Zurücknehmen von persönlichen Neigungen und Ansprüchen zugunsten des Betreuten. So entsteht eine Offenheit, die es möglich macht, den Mitmenschen aus seinen Daseinsbedingungen zu verstehen.

 

Eine der Voraussetzungen für die vorstehenden Grundsätze ist nicht nur die Schaffung der Wohn-Voraussetzungen, sondern auch der Einrichtung und Ermöglichung von regelmäßigen Arbeitszeiten mit Arbeitsbereichen, die den Neigungen und Fähigkeiten der zu betreuenden Menschen entspricht. Nicht die Betreuten sollen sich vorgegebenen Arbeitsrhythmen anpassen, sondern die Tätigkeiten sollten den sozialtherapeutischen Erfordernissen in Zeitrhythmus und Umfang angepasst sein.

 

Auch die Freizeitgestaltung kann  nicht an äußeren vorgegebenen Bedingungen festgemacht werden. Art und Umfang von Freizeitgestaltung ist grundsätzlich abhängig von selbst empfundenen Bedürfnissen, sich zu entspannen und einen Ausgleich zum Tagesablauf zu schaffen. Dieses Ziel  wird von Menschen unterschiedlichst erreicht, so dass ganz besonders in diesem Bereich die eigenen Wünsche der Betreuten berücksichtigt werden müssen. Hier ist sicherlich eine der größten Anforderungen an die Hilfsbereitschaft der Betreuer und der Gesellschaft zu sehen.

Die Betreuer


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siehe auch: http://www.selbsthilfe-online.de/fs/index.shtml

 
     

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